
Ein Bericht von T. Schleifenbaum.
Am 12. und 13.11.2025 waren Jana Menzel (Leitung Fort- und Weiterbildung), Anne Opiolka (Dozierende Pro Inklusio) und Tessa Schleifenbaum (Schulleitung) auf dem Kongress der Deutschen Privatschulen in Berlin. Das Schwerpunktthema des Kongresses drehte sich darum, wie KI die Schullandschaft in Zukunft beeinflussen, aber auch bereichern kann.
KI ist längst Teil unseres Alltags und stellt uns vor die Aufgabe, Lehre, pädagogische Qualität, Beziehungen und individuelle Förderung neu zu denken. Im Zentrum steht nicht die Frage, was KI kann und wie man deren Nutzung reglementiert. Viel eher werfen die aktuellen Entwicklungen die Frage auf, was Lernen für Menschen wirklich bedeutsam sowie attraktiv macht und wie KI bei individuellen Lernprozessen unterstützen kann.
Die Tagung verdeutlichte, dass vielfältige Kulturtechniken, urteilsfähiges Denken und menschliche Interaktion ihre Relevanz nicht verlieren, sondern neu begründet werden müssen.
Hierzu gab es spannende Expert:innenvorträge, wie z. B. von dem Bildungsinfluencer Daniel Jung, der tiefer in die Materie „KI-Tools“, jenseits von ChatGPT, eingetaucht ist und von seinen Erfahrungen berichtet hat, wie junge Menschen mittels digitaler Unterstützung zum Lernen motiviert werden können.
Einen Überblick über die Konzepte einiger wirklich innovativer Schulen der Zukunft gab uns Jöran Muus-Merholz, Autor des Bestsellerbuches „Schule 2035“ und Experte für Lernen und Lehren im digitalen Wandel.
Ganz besonders inspirierend empfanden wir den Vortrag von Stefan Ruppaner (mit auf dem Foto) über das Konzept der Schmetterlingspädagogik, welches an der Alemannenschule in Wutöschingen ganz neue Maßstäbe für die Schule der Zukunft setzt. Mehr projektorientierter Unterricht, mehr selbstgesteuertes Lernen, multifunktionale Klassenzimmer, flache Hierarchien und eine coachende, lernbegleitende Haltung seitens der Dozierenden. Herr Ruppaner hat sehr plastisch und humorvoll gezeigt, wie Schule auch ganz anders geht und ein Ort intrinsischer Lernkultur sein kann. Hierfür braucht es Mut zur Freiheit und das Loslassen veralteter Strukturen.
Zukunftsfähige Bildung bedeutet neben technischen Kompetenzen auch Kreativität, kritisches Denken, soziale Fähigkeiten und Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Sie setzt auf individuelle Entfaltung, Vielfalt und ressourcenorientiertes Lernen.
Angebote und Lehrinhalte der Bereiche Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen systematisch weiterentwickelt und aktiv transformiert werden, um diesen Anforderungen auf lange Sicht zu entsprechen und marktfähig zu bleiben. Die Aufgaben- und Prüfungskultur in der Lehre benötigt eine grundlegende Neuausrichtung. KI zwingt uns dazu, Lernprozesse stärker personalisiert, kompetenzorientiert und lebensweltbezogen zu gestalten – ebenso die Methoden, mit denen gelernt wird (z. B. Lernvideos, Podcasts, adaptive Tools). Lerncoaching wird zunehmend wichtig, um selbstgesteuertes Lernen zu begleiten und Potenziale gezielt zu fördern.
Wir befinden uns also in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Zukünftig müssen wir vermehrt technische und pädagogische Perspektiven konsequent zusammenführen, um Chancen und Risiken zu erkennen und Lernprozesse flexibler und selbstwirksamer zu gestalten.



